Zur Nistsituation der Höckerschwäne in unserer Region


Ende Februar / Anfang März suchen sich die Schwäne an der Lahn ihren Nistplatz aus. Mitte März werden sie mit dem eigentlichen Nestbau beginnen.
 
Den Platz bestimmt die Schwänin nachdem ihr Mann ihr mehrere Plätze vorgeschlagen hat. Der Nistplatz muss gut geschützt sein, nah am Wasser liegen, um schnell fliehen zu können, darf nicht zu steil sein, da die kleinen Küken ins Nest klettern können müssen und er muss sicher sein vor Hochwasser. Außerdem muss ausreichend Nistmaterial (Reisig, Schilf, kleine Äste) vorhanden sein in unmittelbarer Nähe des Nestes. Im Übrigen bauen die Schwäne gerne auf ihre alten Nester auf.
 
Viele Auswahlmöglichkeiten haben die Schwäne nicht, da an den meisten geeigneten Stellen Campingplätze liegen. Unterstützt durch die Campingplatzbetreiberin Frau Schmitt in Bad Ems, die die Schwäne auch den ganzen Winter über mit Körnerfutter versorgt, können die Schwäne zum wiederholten Male ungestört dort brüten. Die Camper tragen es seit Jahren mit Fassung, dass die Schwäne nur getrennt durch einen Pfad direkt vor den Campingwagen brüten. Das ist nicht immer leicht für die Camper, da Hugo sein Nest schwer verteidigt. Da werden schon mal Kinder gezwickt und Angriffe geflogen. Wir haben viel Respekt vor der Gelassenheit mit der die Camper in Bad Ems mit der Situation umgehen. Es haben sich echte Schwanenfreundschaften entwickelt, so seit vielen Jahren zur Familie Böttcher mit dem "Schwanen-Peter", die sich rührend um Hugo und Caroline und ihren Nachwuchs kümmern.
 
Wir würden uns diese große Liebe und dieses Verständnis für die Tiere auch anderenorts wünschen.
 
Aber auch in Nievern haben die Schwäne mit Hilfe der Anwohner einen Platz gefunden an dem sie brüten dürfen, wo sie einen Zaun zum Schutz bekommen und letztes Jahr sogar dem Hochwasser stand halten konnten.
 
In Dausenau ließ im letzten Jahr der Bürgermeister auf unser Bitten hin das Schwanennest abzäunen und es wurde sogar eine Volkswanderung verlegt, damit die Schwäne ihre Ruhe hatten. Leider blieb aus ungeklärter Ursache diese Maßnahme ohne Bruterfolg.
 
In Nassau kümmert sich die Familie Steinhäuser rührig um das ansässige Schwanenpaar und versucht in diesem Jahr eine Nisthilfe anzubieten.
Wir stehen in Kontakt mit Deutschlands einzigem staatlich angestellten Schwanenmeister in Hamburg um die Nisthilfe noch rechtzeitig auf die Beine zu stellen.
Das Bad Emser und das Nassauer Nest fielen im vergangenen Jahr, am Samstag, den 8. Mai, dem Hochwasser zum Opfer. Wir fragen uns, ob man das Hochwasser nicht kontrollierter ablaufen lassen könnte, sodass nicht ohne Vorwarnung auf einmal 1m hohe Flut-wellen die Lahn runter gehen. In Hamburg wird das Wasser kontrollierter durchgeleitet zum Schutz der brütenden Wasservögel.
Sobald die Schwäne ihr Nest fertig haben, beginnen sie mit der Eiablage. Es wird alle ein bis zwei Nächte ein Ei gelegt und schon in dieser Zeit wacht der Schwan sehr über seine Schwänin.
Ist das Gelege vollzählig beginnt die Schwänin mit dem eigentlichen Brüten, das ca. 35-37 Tage dauert.
 
Die Schwänchen schlüpfen alle innerhalb eines Tages und werden sobald sie trocken sind aufs Wasser geführt. Dort legen ihnen die Eltern allerlei Futter vor.
Bei schlechter Witterung (Nässe, Kälte) verbringen die Schwäne die Nacht im Nest. Es ist daher extrem wichtig die Nester noch einige Wochen stehen zu lassen, auch wenn man tagsüber keinen Schwan mehr am Nest sieht.
 
Wichtig ist auch, dass eine Ein- und Ausstiegsstelle für die Küken vorhanden ist, da sie ja noch nicht an Land fliegen können und mit ihren kurzen Beinchen auch nicht sehr hohe Schritte machen können.
 
Wir würden uns wünschen, dass jeder etwas ein Auge auf die brütenden Schwäne und später deren Nachwuchs hat um den Tieren das Überleben zu ermöglichen.
 
Ganz wichtig ist in dieser Zeit auch Hunde nur an der Leine zu führen an der Lahn. Vor 2 Jahren wurden in Bad Ems 2 Schwanenküken von frei herumlaufenden großen Hunden gerissen, ihr Besitzer hatte völlig die Kontrolle über sie verloren.
 
Ansonsten gilt: Halten Sie Abstand von brütenden Schwänen, der Schwanenmann kann äußerst aggressiv werden, wenn es darum geht sein Weibchen und seine Küken zu schützen, nicht anders als das bei uns Menschen auch der Fall ist.
 
Und noch eine Bitte: Füttern sie die Schwäne nicht auf dem Nest. Das Futter zieht Krähen und Ratten an und erstere können den Küken sehr gefährlich werden. Außerdem ist verschimmelndes Futter Ursache für Krankheiten.
 
Im Internet erreichen Sie uns unter www.tierfreunde-nassauer-land.de, dort finden Sie immer aktuelle Informationen aus dem Verein, auch zu den Lahn-Schwänen, eine Beitrittserklärung, unser Spendenkonto und vieles mehr.
 
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Kto.Nr. 606 006 152
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